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Projekt

LIFE BaltCoast

Wiederherstellung von Küstenlebensräumen an der Ostsee

Auch die Ostsee hat Lagunen. Um diese Strandseen (Fachname "Lagune") herum sind Salzwiesen, Dünen und andere schützenswerte Lebensräume die Heimat von spezialisierten Pflanzen, Küstenvögeln, Kröten und Co.  Und sie bieten einen genussreichen Aufenthalt für alle Naturliebhaber!

Träger: Stiftung Naturschutz  als verantwortlicher Projektträger in Zusammenarbeit mit 24 internationalen Partnern aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Estland und Litauen

Ziel: Wiederherstellung von wertvollen Küstenlebensräumen in 34 Projektgebieten entlang der Ostsee in 5 Staaten mit dem Schwerpunkt Lagunen-Salzwiesen-Dünen-Komplexen und ihren charakteristischen Bewohnern, z.B. Säbelschnäbler, Kampfläufer, Alpenstrandläufer, Kreuz- und Wechselkröte sowie Kriechender Sellerie.

Maßnahmen:

Wiederherstellung natürlicher hydrologischer Verhältnisse durch Grabenanstau,
Schaffung flacher Senken,
Ausbaggern der Lagunen,
Verbesserung der Lagunen-Ostsee-Verbindung, Flankierend dazu die Renaturierung einer Campingplatzfläche,
Schutz der Küstenvögel vor Raubwild (Prädation),
Unterstützung der Krötenpopulation,
Hilfestellung der Ausbreitung von Kriechendem Sellerie
Laufzeit: Mai 2005 bis Dezember 2011

Finanzierung:
EU-LIFE-Natur Programm (60 %)
Gemeinschaftliche Finanzierung von Natura 2000 Gebieten und verbessernden Maßnahmen

Projektmanagement:

Hauke Drews
++49(0)431 210 90 55
drews@sn-sh.de

Gebietsmanagement Schleswig-Holstein:

Britta Küper
++49(0)431 210 90 54
kueper@sn-sh.de

Fakten

Probleme und Lösungen gibt es überall

Die Landschaften in Europa stehen unter einem ständigen Wandel. Besonders die nordeuropäischen Landschaften wurden durch die Eiszeiten geformt und anschließend durch anthropogene Siedlungen, landwirtschaftliche und anderen Aktivitäten weiter verändert. Einige dieser Aktivitäten haben einen erheblichen Einfluss auf Lebensräume und Arten wie Vögel, Säugetiere und Pflanzen. Diese Veränderungen, Bedrohungen oder Probleme sind oft überall dieselben. An jedem Standort versuchen Menschen diese verschiedenen Probleme zu lösen. Einige Probleme sind vielleicht schon woanders erfolgreich gelöst worden und können durch einen Erfahrungsaustausch leichter übertragen und gelöst werden. Daher will dieses Projekt verschiedene Experten, Gebietsbetreuer, Behördenvertreter und andere wichtige Personen zusammenführen und zu einem Austausch bewegen, um einen gemeinsamen Lösungsansatz vor Ort zu finden. Nutznießer dieser gemeinsamen Aktivitäten wird die Natur und der Mensch darin sein.

Daher haben sich im LIFE-Projekt BaltCoast 20 Partner aus 5 Anrainerstaaten der Ostsee (Deutschland, Dänemark, Estland, Litauen und Schweden) zusammengefunden, um von Mai 2005 bis Dezember 2011 das Vorhaben zum Schutz der Küstenlebensräume umzusetzen

Nachhaltige Antworten

Das Hauptwerkzeug für ein nachhaltiges und langfristiges Management wird die Beweidung sein. Die örtliche „Eingreiftruppe“ besteht aus robusten Pferde- und Rinderarten, wie Konikpferden oder Galloways und Hochlandrindern. Sie werden die Vegetation in einem geeigneten Zustand halten. Besonders die Winterbeweidung, beziehungsweise eine Beweidung, die die Zeit des frühen Frühlings sowie des späten Herbstes beinhaltet, hat einen positiven Einfluss auf die Vegetation und die Struktur des jeweiligen Lebensraumes. Nur mit einer optimalen Vegetation werden gute Lebensbedingungen für Vögel und andere Lebewesen bereitgestellt.

So oft wie möglich werden Landwirte vor Ort gesucht, die mit eigenen Robustrinder die Flächen bewirtschaften. Dieser Aspekt belebt die lokale Wirtschaft und eröffnet neue Branchen für die örtlichen Landwirte (Fleischvermarktung).

Aktion!

Das Hauptziel auf diesen Flächen ist ein natürlicher Wasserhaushalt. Dieser soll mit verschiedenen Maßnahmen erreicht werden, insbesondere mit einer langen Verweildauer des Wassers in der Fläche. Unser Ziel ist ein weitestgehend natürlicher Zustand auf den Flächen.

Geplante Maßnahmen sind, zum Beispiel eine Wiederherstellung der natürlichen Hydrologie der Lagunen und Salzwiesen. Dieses wird durch Blockieren von Drainagen oder Gräben erreicht. Durch Ausbaggern von akkumulierten Schlamm und Entfernung dichter Schilfbestände wird die Wasserqualität verbessert. Salzwiesen erhalten durch die Schaffung flacher Senken ihr natürliches Relief zurück. Zusätzlich ist eine Wiederherstellung der natürlichen Morphologie der Dünen durch Errichtung von Dünentälchen und Mulden vorgesehen. Habitate sind oft durch unnatürliche Vegetation, sogenannte invasive Arten (z. B. Kartoffelrose), überwuchert. Diese verhindern ein natürliches Wachstum heimischer Pflanzen und einer natürlichen Tierwelt. Diese Tendenz wird durch die Beweidung und die Mahd gestoppt und umgekehrt. 

Die Natur ohne uns Menschen?

Natur in ihrem intakten Zustand ist auch eine Wohltat für uns Menschen. Daher wird dieses Projekt die Gebiete für die Öffentlichkeit zugänglich machen, wo immer es möglich und mit den Naturschutzzielen vereinbar ist.

Informationen vor Ort geben detaillierter Hinweise und Auskünfte über die jeweilige Situation. Weitere Veröffentlichungen für die interessierte Öffentlichkeit sind derzeit in Vorbereitung. Mehrere öffentliche Aktionen wie Führungen gehen mit diesen Maßnahmen einher.

Sie sind herzlich willkommen, die Natur zusammen mit ihren Bewohnern und im Einklang mit deren Bedürfnissen zu erleben und zu genießen.